Freitag, 7. August 2015

Hiroshimatag 2015




Anlässlich des 70. Jahrestags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 trafen sich Bonner Friedensfreunde, aufgerufen durch die Friedensinitiative Beuel in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Friedenskooperative, IPPNW und DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg, zu Gedenk- und Mahnaktivitäten am Nachmittag des 6. August 2015.

Zunächst machte die Friedensfahrradtour der DFG-VK NRW am Nachmittag Halt am Hiroshima-Mahnmal in Beuel. Nachdem sich die Radfahrer gestärkt hatten, sorgten sie mit der Buchstabenaktion für Aufmerksamkeit:






HIROSHIMA MAHNT

ATOMWAFFENFREI

IN BÜCHEL ANFANGEN
  
Ab 17 Uhr versammelten sich ca. 50 Friedensfreunde auf dem Bonner Marktplatz und führten in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch vor dem Rathaus ebenfalls die Buchstabenaktion durch.



Auf dem Marktplatz wurden außerdem zur Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe Opfersilhouetten auf das Pflaster gesprüht.




Anschließend begaben sich die Teilnehmer in einem Mahnschweigegang durch die Fußgängerzone und über die Kennedybrücke zum Mahnmal am Beueler Rheinufer.

Nach einem musikalischen Auftakt richtete sich der Oberbürgermeister in einem Grußwort an die ca. 100 Friedensfreunde. Er betonte, dass im Kampf um Frieden nicht nachgelassen werden dürfe, wobei er daran erinnerte, dass die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki schon so verheerend waren, dass sie Bonn und einen Teil der Umgebung schon komplett ausradiert hätten. Für Bonn als UN-Stadt sehe er als Mayor for Peace auch die besondere Verpflichtung, den Einsatz um atomare Abrüstung weiterzuführen.

Robert Nicoll ging in seinem Beitrag für die Friedensinitiative Beuel auf die zunehmende Aggressivität der NATO als Bedrohung des Friedens ein. Er kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie sich in Stillschweigen bezüglich der in Büchel stationierten Atomwaffen, die die USA "modernisieren" wollen, übt.



Seiner Meinung nach kann Frieden aber nicht allein die Abwesenheit von Atomwaffen und Waffen bedeuten. Es müssen vielmehr günstige Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Länder geschaffen werden - das war jahrzehntelang Konsens in Europa. Leider erleben wir gerade, wie in den Ländern Europas eine neoliberale Politik im Interesse der Banken und Konzerne, also auch der Rüstungskonzerne, und gegen die Interessen der Bevölkerung mit tatkräftiger Unterstützung von arroganten, überheblichen und sich selbst anbetenden Politikern die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in Gefahr bringt.

Zum Schluss bekräftigte er nochmals die seit Jahren erhobene Forderung nach Abzug und Verschrottung der immer noch in Büchel stationierten US-Atomwaffen. Angesichts des aktuellen Säbelrasselns unserer Politiker kann die Forderung der Friedensbwegung nur heißen: Frieden schaffen ohne Waffen!





Nach einer weiteren Buchstabenaktion ergriff Gina Mertens für IPPNW das Wort. Sie kritisierte mit deutlichen Worten, dass die Atomwaffen besitzenden Staaten bestimmten, wer Atomwaffen besitzen darf und wer nicht. Vielmehr sei es nötig, dass die Staaten, die keine Atomwaffen besitzen, Druck auf die Atommächte ausüben, alle Atomwaffen zu verschrotten. Sie erinnerte daran, dass auf Initiative Österreichs bereits mehr als 100 atomwaffenfreie Staaten sich zusammen geschlossen hätten. Leider antworte die Bundesregierung auf entsprechende Aufforderungen, sich dem anzuschließen, immer nur mit Ausflüchten. Umso dringender sei es, das Verteidigungsministerium abzuschaffen und durch ein Friedensministerium zu ersetzen. Und zum Frieden gehöre auch, für die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, menschenwürdige Unterbringungen zu gewährleisten, zum Beispiel durch Umwidmung der vielen zum Verkauf stehenden Bundesimmobilien. Es sei auch an der Zeit, dass unsere Regierungen endlich die Verantwortung für die Ursachen der Flüchtlingsströme übernehmen.


Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wies Dieter Riebe von der Deutschen Friedensgesellschaft eindringlich daraufhin, dass gegen Krieg nur Vorbeugung hilft und sich niemand aus der Verantwortung stehlen kann. Dann verlas er die Grußbotschaft Nihon Hidankyos für die japanische Vereinigung der Überlebenden der Atom- und Wasserstoffbomben. (Text)

Die Veranstaltung endete mit dem gemeinsamen Singen des Songs "Traum vom Frieden".

Bericht des General-Anzeiger vom 06.08.2015

Dienstag, 7. Juli 2015

Safe the date



Anlässlich des 70. Jahrestags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 ruft die Friedensinitiative Beuel in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Friedenskooperative, IPPNW und DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg auf zur Teilnahme an unseren Gedenk- und Mahnaktivitäten, die in diesem Jahr etwas umfangreicher ausfallen sollen:

Termin: 6. August 2015

Treffpunkt 17 Uhr Marktplatz Bonn vor dem Rathaus
anschließend Buchstabenaktion, für die 18 verbindliche Teilnehmer gebraucht werden.
Gezeigt werden sollen die Texte:
HIROSHIMA MAHNT
ATOMWAFFENFREI
IN BÜCHEL ANFANGEN
Verbindliche Teilnahme an der Buchstabenaktion bitte per Mail an:
oder


ab ca. 17.20 Uhr Mahnschweigegang über die Kennedybrücke zum Mahnmal am Beueler Rheinufer.

ab 18 Uhr Mahn- und Gedenkveranstaltung am Mahnmal am Beueler Rheinufer
mit Grußwort des Oberbürgermeisters als Mayor for Peace
Redebeiträge von Vertretern der Friedensinitiative Beuel und von IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges)
Auch bei der Mahn- und Gedenkveranstaltung soll die Buchstabenaktion durchgeführt werden.
Bitte Blumen mitbringen!




Siebzig Jahre ist es jetzt her, dass Atombomben erstmals eingesetzt wurden. Der Schrecken dieser fürchterlichsten Massenvernichtungs­waffen ist verbunden mit den Namen der japanischen Städte, die am 6. und 9. August 1945 die Ziele waren: Hiroshima und Nagasaki. Hundert­tausende Menschen starben sofort oder in den Folgejahren nach langer Krankheit durch die tödliche Strahlung. Hunderttausend­fach Anlass, nie wieder solche Waffen zu­zulassen, sollte man meinen.
Vor wenigen Monaten gedachten die Menschen in Deutschland und in Mitteleuropa des Kriegs­endes 1945.  Die 70  Jahre seither wurden dabei auch als „glückliche Jahre des Friedens“ gelobt. Doch diese Jahrzehnte waren  immer über­schattet von einer dauernd vorhandenen Bedrohung:  Dem möglichen Einsatz von konventionell aufgerüsteten Armeen und von immer mehr Atombomben und Raketen, die schnell ein Vielfaches an Vernichtungskraft ihrer ersten „kleinen“ Vorgänger besaßen.
Nach dem Ende des „Eisernen Vorhangs“ und der Auflösung des Warschauer Paktes wäre die Abrüstung mehr als naheliegend gewesen. Doch die Atomwaffen sind nur aus den Schlagzeilen ver­­schwunden, nicht aber aus den Waffen­arsenalen. Nach einer teilweisen Abrüstung veralteter Systeme gibt es in Europa und weltweit immer noch Atomwaffen­bestände mit unermesslicher Zerstörungsgewalt.
Die Zahl der einsatzbereiten Waffen ist im letzten Jahr vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der wieder aufgelebten Spannungen zwischen Russland und der NATO sogar wieder gestiegen, in den USA ebenso wie in Russland. Einige dieser bereitliegenden Atomwaffen befinden sich nur wenige Kilometer von uns entfernt, in Büchel in der Eifel. Trotz anders lautender Erklärungen der Bundesregierung werden diese in Deutschland verbliebenen US-Atomwaffen nicht abgezogen, sondern ent­sprechend der NATO-Atomwaffen­strategie durch modernisierte ersetzt.
Nein, 70 Jahre nach Hiroshima ist die Gefahr eines Atomkrieges nicht gebannt und unsere Zivilisation immer noch bedroht. Deshalb mahnt uns Hiroshima weiter nachdrücklich:
Atomwaffen abschaffen – weltweit!
Wir fordern den umgehenden Abzug der Atomwaffen aus Büchel. Dies wäre ein erster Schritt hin zu einem atomwaffenfreien Europa und schließlich einer atomwaffenfreien Welt. Wir fordern einen weltweiten Stopp von Modernisierungsplänen und das Abrüsten der Atomwaffenarsenale. Atomwaffen gehören geächtet und abgeschafft.
Unsere Zukunft atomwaffenfrei!